Honey Process
Der Honey Process ist eine Form der Kaffeeaufbereitung, die zwischen der gewaschenen (Washed) und der natürlichen (Natural) Aufbereitung liegt. Nach der Ernte wird die äußere Schale der Kaffeekirsche entfernt, während ein Teil der klebrigen Fruchtschicht (Mucilage) auf der Bohne verbleibt und gemeinsam mit ihr getrocknet wird. Der Name "Honey" stammt dabei nicht von einem Geschmack nach Honig, sondern von der honigartigen Konsistenz der Mucilage.
Während der Trocknung verändern sich die enthaltenen Zucker und organischen Bestandteile der Mucilage durch natürliche Fermentations- und Oxidationsprozesse. Dadurch kann der Honey Process die Süße, Aromatik und den Körper des Kaffees beeinflussen.
Die verschiedenen Honey-Stufen
Die Begriffe White, Yellow/Golden, Red und Black Honey sind keine weltweit einheitlichen Standards, sondern dienen vor allem als Orientierung für die Menge der verbleibenden Mucilage und die Art der Trocknung.
Damit ihr aber beim Einkauf von Specialty Coffee einen Anhaltspunkt habt;
Als grobe Einteilung gilt:
White Honey
Sehr geringer Mucilage-Anteil (ca. 10–20 %). Die Bohne ähnelt in der Trocknung stärker einem gewaschenen Kaffee.
Yellow / Golden Honey
Mittlerer Mucilage-Anteil (ca. 30–50 %). Ausgewogenes Verhältnis zwischen Klarheit und Süße.
Red Honey
Höherer Mucilage-Anteil (ca. 50–70 %). Längere Trocknung und häufig mehr Körper und Fruchtigkeit.
Black Honey
Sehr hoher Mucilage-Anteil (oft über 70 %). Besonders langsame und kontrollierte Trocknung mit intensivem Einfluss der Fruchtschicht.
Die angegebenen Werte sind nur Richtwerte, da es keine verbindliche Definition der einzelnen Stufen gibt. Je nach Produzent oder Aufbereitungsstation können sich die Bezeichnungen unterscheiden.
Geschmackliche Eigenschaften
Honey-Kaffees verbinden häufig Eigenschaften von gewaschenen und natürlichen Kaffees.
Typisch sind:
mehr Süße und Körper als bei Washed-Kaffees
mehr Klarheit als bei vielen Naturals
häufig Noten von Karamell, Honig, reifen Früchten oder Steinobst
Wie bei allen Aufbereitungen hängt das tatsächliche Geschmacksprofil jedoch stark von Varietät, Herkunft, Anbauhöhe und dem genauen Prozessprotokoll ab.