Perlbohne (Peaberry)
In den meisten Kaffeekirschen entwickeln sich zwei Samen, die sich während ihres Wachstums gegenseitig abflachen. So entstehen die typischen Kaffeebohnen mit einer flachen und einer gewölbten Seite.
Bei einer Perlbohne (engl. Peaberry) entwickelt sich dagegen nur ein einzelner Samen. Da kein zweiter Samen vorhanden ist, wächst dieser nahezu rund heran. Dieses natürliche Phänomen tritt je nach Herkunft und Ernte bei etwa 5–10 % der Kaffeekirschen auf.
Wie entsteht eine Perlbohne?
Warum sich in manchen Kaffeekirschen nur ein einzelner Samen entwickelt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Als mögliche Ursachen werden genetische Einflüsse, Umweltbedingungen oder eine unvollständige Befruchtung der Blüte diskutiert. Sicher ist jedoch: Eine Perlbohne ist keine eigene Varietät, sondern lediglich eine natürliche Wuchsform der Kaffeebohne.
Haben Perlbohnen einen anderen Geschmack?
Da sich die gesamte Kaffeekirsche nur um einen einzelnen Samen entwickelt, wird häufig behauptet, Perlbohnen seien aromatischer oder qualitativ hochwertiger als gewöhnliche Bohnen. Für diese Annahme gibt es jedoch keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege.
In Blindverkostungen zeigen sich meist keine oder nur sehr geringe geschmackliche Unterschiede. Wesentlich größeren Einfluss auf das Aroma haben Faktoren wie Herkunft, Varietät, Aufbereitung, Röstung und Zubereitung.
Warum werden Perlbohnen manchmal separat verkauft?
Aufgrund ihrer runderen Form und meist etwas kleineren Größe lassen sich Perlbohnen während der Aufbereitung mit Sieben von den übrigen Bohnen trennen. Manche Produzenten und Röstereien vermarkten sie anschließend als eigene Lots.
Für die Röstung kann eine Trennung sinnvoll sein, da sich Perlbohnen aufgrund ihrer Form etwas anders erhitzen als flache Bohnen. Ein separater Röstvorgang ermöglicht daher eine gleichmäßigere Entwicklung.