Ruiru 11
Ruiru 11 ist ein moderner introgressiver F1-Hybrid, der in Kenia gezüchtet wurde. Entwickelt wurde er von der Coffee Research Foundation, dem heutigen Kenya Agricultural and Livestock Research Organization (KALRO). Die Varietät entstand aus einer Kreuzung eines Catimor als weiblichem Elternteil mit einer komplexen Multikreuzung aus unter anderem K7, SL28, N39, Rume Sudan und Bourbon.
Ausgangspunkt für die Entwicklung war eine schwere Epidemie der Kaffeekirschenkrankheit (Coffee Berry Disease, CBD) im Jahr 1968, die in Kenia zu erheblichen Ernteausfällen führte. In den 1970er-Jahren begann daraufhin die Forschungsstation in Ruiru, nach der die Varietät benannt wurde, mit einem umfangreichen Züchtungsprogramm. Ziel war eine krankheitsresistente und zugleich ertragreiche Pflanze, die sich für intensiveren Anbau eignet.
Nach vielen Jahren der Selektion wurde Ruiru 11 schließlich 1985 für den kommerziellen Anbau freigegeben. Die kompakt wachsenden Pflanzen ermöglichen eine hohe Pflanzdichte und zeichnen sich durch hohe Erträge sowie eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Kaffeekirschenkrankheit und Kaffeerost aus.
Bei der Züchtung wurde gleichzeitig Wert darauf gelegt, die besonderen Tassenqualitäten traditioneller ostafrikanischer Arabica-Varietäten zu erhalten. Besonders die genetischen Beiträge von SL28 und SL34 spiegeln sich häufig in der Tasse wider.
Ruiru 11 kann daher ein komplexes, fruchtiges und säurebetontes Profil zeigen, das für hochwertige kenianische Kaffees charakteristisch ist. Je nach Anbau und Aufbereitung finden sich häufig Noten von Beeren und Zitrusfrüchten sowie eine ausgeprägte, lebendige Säure.