Catuai
Catuai ist eine bedeutende Arabica-Varietät aus Brasilien und entstand aus der Kreuzung von Mundo Novo und Caturra. Beide Eltern stammen aus der Typica-Bourbon-Linie. Entwickelt wurde Catuai ab 1949 am Instituto Agronômico de Campinas (IAC) aus einer Kreuzung von Yellow Caturra und Mundo Novo. Die erste Selektion trug zunächst die Bezeichnung H-2077.
Nach mehreren Selektionsgenerationen wurde Catuai 1972 in Brasilien offiziell für den Anbau freigegeben und verbreitete sich dort schnell. Aufgrund ihrer kompakten Wuchsform, guten Produktivität und zuverlässigen Anpassungsfähigkeit wurde sie anschließend auch in anderen mittel- und südamerikanischen Anbauländern eingeführt. In Honduras ist Catuai seit 1983 kommerziell zugelassen, in Costa Rica wurde sie 1985 eingeführt und in Guatemala bereits ab 1970 angebaut.
Die Pflanzen bleiben vergleichsweise klein und kompakt, wodurch Pflege und Ernte erleichtert werden. Catuai zeichnet sich durch gute und stabile Erträge aus und eignet sich für unterschiedliche Anbauhöhen und Klimabedingungen. Ein Nachteil ist ihre vergleichsweise hohe Anfälligkeit gegenüber Kaffeerost.
Catuai kommt in zwei wichtigsten Formen vor, die sich durch die Farbe der reifen Kaffeekirschen unterscheiden: Red Catuaí mit roten und Yellow Catuaí mit gelben Kirschen. Sensorisch werden Catuai-Kaffees häufig mit einer ausgeprägten Süße, einem ausgewogenen Körper sowie Aromen von Schokolade, Karamell, Nüssen und reifen Früchten verbunden.
Durch ihre Kombination aus Produktivität, kompakter Wuchsform und guter Tassenqualität gehört Catuai bis heute zu den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Arabica-Varietäten Lateinamerikas.